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Sommerrodelbahnen

Alpine Coaster oder Sommer­rodel­bahn?

Beide heißen im Alltag Sommerrodelbahn. Technisch sind es zwei Bauarten mit eigenen Regeln für Regen, Gurt und Tempo.

Zwei Bauarten unter einem Namen

Die Norm für Sommerrodelbahnen, DIN ISO 19202, unterscheidet zwei Bauarten. Bei der Rinnen- oder Wannenbahn läuft der Schlitten frei in einer offenen Rinne aus Edelstahl, bei älteren Anlagen auch aus Beton. Bei der schienengeführten Bahn, meist Alpine Coaster genannt, umgreift der Schlitten zwei Rohrschienen mit Rollen von oben, von der Seite und von unten. Er kann deshalb nicht aus der Bahn getragen werden.

Querschnitt Rinnenbahn: Der Schlitten läuft frei in einer offenen Edelstahlrinne Rinne aus Edelstahl nach oben offen

Rinnenbahn 7 in dieser Übersicht

  • Der Schlitten läuft auf Rollen frei in einer Rinne aus Edelstahl, früher auch aus Beton.
  • Meist kein Gurt. Wer zu schnell in die Kurve fährt, rutscht hoch an die Rinnenwand.
  • Bei Nässe greift die Bremse schlechter, viele Rinnenbahnen schließen deshalb bei Regen.
Querschnitt Schienenbahn: Der Schlitten umgreift zwei Rohrschienen mit Rollen und kann nicht herausspringen Rollen oben, seitlich, unten Rohrschienen auf Stützen

Schienenbahn Alpine Coaster · 11 in dieser Übersicht

  • Der Schlitten ist fest mit zwei Rohrschienen verbunden und kann nicht herausfallen.
  • Gurt anlegen ist Pflicht. Viele Betreiber nennen bis zu 40 km/h als Höchstwert.
  • Mit Wetterhaube fahren viele Coaster auch bei leichtem Regen, einige das ganze Jahr.
Nahaufnahme einer Kurve der Edelstahlrinne, die sich durch eine Wiese zieht
Rinne aus Edelstahl, Sommerrodelbahn LoreleyFoto: Whgler, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Schienenbahn läuft in einer Spirale auf schrägen Stahlstützen durch eine Waldwiese
Schienenkurve auf Stützen in PottensteinFoto: Ra'ike, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Was der Unterschied beim Fahren bedeutet

Regen

Auf einer nassen Rinne greift die Bremse schlechter und der Schlitten rutscht in den Kurven. Rinnenbahnen wie der Blomberg, Pottenstein oder Oberwiesenthal fahren deshalb nur bei trockener Bahn. Viele Coaster fahren bei leichtem Regen weiter. Gutach, Wald-Michelbach und der Rhönbob haben dafür Wetterhauben, am Alpsee gibt es Ponchos. Bei Gewitter oder Starkregen schließen alle Bahnen.

Gurt

Auf Schienenbahnen wird der Gurt angelegt, am Alpsee ist es ein Dreipunktgurt. Am Kolbensattel darf nur mitfahren, wer den Gurt schließen kann. In der Rinne gibt es in der Regel keinen Gurt.

Tempo und Länge

Viele Schienenbahnen nennen bis zu 40 km/h als Höchstwert, der Erbeskopf 42 km/h. Coaster können länger sein, weil die Schiene auch steile Abschnitte, Kreisel und Sprünge erlaubt. Die beiden längsten Bahnen dieser Übersicht, Hasenhorn und Alpsee, sind Schienenbahnen mit fast drei Kilometern. Die längste Rinnenbahn ist der Blomberg mit 1.286 Metern.

Ganzjährig oder nur im Sommer

Weil Schnee und Nässe die Schiene weniger stören, fahren einige Coaster das ganze Jahr. Rinnenbahnen haben fast immer eine Sommersaison von etwa März oder Ostern bis Anfang November.

Welche Bahn ist welche?

Schienenbahnen: Alpsee Coaster, Alpine Coaster am Kolbensattel, Hasenhorn Coaster, Sommerrodelbahn Gutach, Rhönbob (Ski- und Rodelarena Wasserkuppe), Sommerrodelbahn Wald-Michelbach (Erlebnishöhe), Sommerrodelbahn am Erbeskopf, Sommerrodelbahn Ibbenbüren, Harzbob, Scharmützelbob, Inselrodelbahn Bergen.

Rinnenbahnen: Sommerrodelbahn Blomberg (Classic), Roter Frankenrodel (Erlebnisfelsen Pottenstein), Sommerrodelbahn Saar-Rodel, Sommerrodelbahn Inselsberg (Inselsberg Funpark), Sommerrodelbahn Rost's Wiesen, Sommerrodelbahn Oberwiesenthal, Sommerrodelbahn in der Tolk-Schau.

Bauart nicht eindeutig belegt: Sommerrodelbahn Winterberg (Erlebnisberg Kappe), Sommerrodelbahn am Matthias-Schmidt-Berg. Bei Ibbenbüren handelt es sich um eine historische Anlage mit Holzschlitten auf einer Schienenführung.

Bauart laut Betreiber, sonst laut Herstellerliste oder Fachdatenbank; Norm: DIN ISO 19202-1 und -2 (Februar 2018), Nachfolger der DIN 33960, nach Angaben von DIN Media.